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Geschichte der Schloßkirche St. Michael

 

Nach dem Krieg erhielt die Schloßkirche St.Michael als erste evangelische Kirche Pforzheims eine neue, große Orgel - erbaut von der seinerseits renommierten Orgelbauwerkstätte Steinmeyer in Oettingen.

Sie wurde 1958/59 eingebaut, die Technik ist völlig überaltert und der Spieltisch kaum noch bespielbar. Vor allem die Elektrik ist an ihre Grenzen gekommen. Schon im Jahre 2007 hielt der Bezirkskantor fest, dass die Orgel in der Schloßkirche die erste Orgel in Pforzheim sein müsse, mit deren Reorganisation dringend zu beginnen sei. Die Sicherheit muss ertüchtigt, die Pfeifen müssen wegen anderer Schimmelprobleme anders aufgestellt und das Ladensystem muss erneuert werden.

Seit 2013 befindet sich die Michaelsgemeinde in Absprache mit dem Kirchenbezirk, dem Bezirkskantor und dem Orgelsachverständigen der Landeskirche in einem Findungsprozess. 

Von unterschiedlichen Experten wurde uns versichert, dass die Orgelpfeifen mit ihrem einmaligen Klang erhalten werden sollten.

2014 gründete sich der Orgelausschuss, es wurden intensive Gespräche mit dem Orgelsachverständigen, dem Bezirkskantor und Orgelbauern geführt.

Als Schirmherr für die Orgel konnte Bernhard Prinz von Baden gewonnen werden und in Kooperation mit dem Weingut Markgraf von Baden kam der „Orgelwein“ an die Schloßkirche.

Nach intensiven Verhandlungen wurde uns von der Firma Mühleisen ein Festpreis zugesagt und wenn wir die bauseitigen Kosten (Elektrik, Anstrich Wand durch den Schreiner der Seitenkapelle) dazu rechnen, wird uns die Reorganisation der Orgel  700.000 € kosten. Die Umsetzung des Projektes kann voraussichtlich bis 2021 erfolgen.

 
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Die Schloßkirche St. Michael

Die Schloßkirche St. Michael verbindet uns Menschen in Pforzheim und unsere Geschichte mit der Vergangenheit:

  • Sie nimmt uns mit in das Mittelalter, das vollständig in dieser Stadt durch die Zerstörung Pforzheims am 23. Februar 1945 ausgelöscht wurde und sie ist bis heute lebendig als „das steinerne Geschichtsbuch“.

  • Sie verbindet uns mit dem Weltkulturerbe des Klosters Maulbronn: Durch ihre Steinmetzzeichen, wie sie die Werkleute um 1200 in Maulbronn hinterlassen haben. Ja, so alt ist unsere Kirche.

  • Sie erinnert daran, dass die Stadt Pforzheim als Residenz der badischen Markgrafen eine bedeutende Vormachtstellung inne hatte. 300 Jahre lang wurde sie als Begräbnisstätte der Familienmitglieder der Markgrafen auserkoren, und die beiden Grüfte sind am Tag des offenen Denkmals für alle Interessenten geöffnet.

  • Sie ist das Zentrum, von dem die Reformation mit Unterstützung des Markgrafen in der Markgrafschaft Baden verbreitet wurde (1555 als erste reformierte Kirche Badens). Dadurch wurde u.a. Bildung für Jungen und Mädchen ermöglicht.

  • Sie beheimatete einen der bedeutendsten Humanisten nördlich der Alpen der Stadt: Johannes Reuchlin. Er widmete seine Bibliothek der Schloßkirche. Heute gibt es am Südflügel der Kirche das Museum Johannes Reuchlin, das einen Besuch lohnt.

  • Sie ist Zeugnis für das Miteinander der Pforzheimer Bevölkerung, die das zerstörte hölzerne Mittelschiff nach Kriegsende wieder aufgebaut hat, durch Arbeitseinsatz und unzählige Spenden, so dass die Kirche im Jahre 1957 wieder eingeweiht werden konnte.

 
Die Schloßkirche